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Haarausfall (androgenetische Alopezie)



 
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Biggi
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BeitragVerfasst am: 27.11.2005 03:19    Titel: Haarausfall (androgenetische Alopezie) Antworten mit Zitat

Haarausfall (androgenetische Alopezie)

Erkrankungen des Haarbalges oder des Follikels knnen Ursachen fr Haarausfall oder bermigen Haarwuchs sein. Sprdes und trockenes Haar entsteht meist durch chemische oder mechanische Einflsse wie hufigen Gebrauch von Dauerwellenprparaten oder Frbesubstanzen sowie hufiges Waschen mit Alkalien. berbehaarung ist meist die Folge endokriner Strungen, kann aber auch auf einen Tumor der Nebennierenrinde sowie Erkrankungen der Hypophyse, Schilddrse oder der Eierstcke zurckgefhrt werden. Das vorzeitige Eintreten des Ergrauens der Haare kann auf Vererbung beruhen oder durch psychische Faktoren wie Angst- oder Schockzustnde ausgelst werden.

Nach Angaben von 2000 leiden in Deutschland jeder dritte Mann und jede zehnte Frau unter Haarausfall; als noch normal gilt ein tglicher Verlust von 80 bis 100 Haaren. Die so genannte androgenetische Alopezie des Mannes, der verfrhte Haarausfall unter dem Einfluss von Androgenen, ist erblich bedingt. Ursache ist nicht ein besonders hoher Hormonspiegel, sondern eine berempfindlichkeit der Haarwurzeln gegen Dihydrotestosteron (DHT), ein Abbauprodukt des Testosterons. Letzteres wird unter dem Einfluss eines Enzyms (5a-Reduktase), das in der Kopfhaut vor allem im Scheitelbereich und am Haaransatz vorkommt, zu DHT umgewandelt. Durch DHT schrumpfen die Haarwurzeln und es wird nur noch Flaumhaar produziert, das schlielich auch ausfllt. 1999 wurde in Deutschland ein Haarwuchsmittel mit dem Wirkstoff Finasterid (Propecia) zugelassen, das Haarausfall allerdings nur fr die Dauer der Anwendung verringert, indem es die 5a-Reduktase hemmt.

Ein gewisser Haarausfall ist normal. Generell befinden sich stets rund 80 bis 90 Prozent der Haare in der Wachstumsphase. Durchschnittlich sind auf der Kopfhaut rund 100.000 Haare, von denen auch bei gesundem Haar tglich bis zu 100 Stck ausfallen.

Von bermssigem Haarausfall spricht man, wenn ber einen lngeren Zeitraum tglich mehr als 100 Haare ausgehen. Am meisten verbreitet ist der erblich-hormonell bedingte Haarausfall. Das ist die ererbte berempfindlichkeit der Haarfollikel gegen mnnlichen Sexualhormone. Drei Viertel der Mnner sind im Laufe ihres Lebens mit einem mehr oder weniger ausgeprgten erblich-hormonell bedingten Haarausfall konfrontiert. Auch Frauen sind betroffen. Im Alter von 60 Jahren leidet durchschnittlich jede vierte Frauen unter erblich-hormonell bedingten Haarausfalls. Whrend Mnnern die Haare zunchst auf Stirn und Wirbel ausfallen und sich spter eine Glatze bildet, lichten sich bei Frauen die Haare im Scheitelbereich.

Haarausfall kann zudem durch Seborrh verursacht werden. Andere Ursachen des Haarverlustes sind auf Stress, Entzndungen, Nervenerkrankungen oder lokale Infektionen zurckzufhren. Der relativ seltene kreisrunde Haarausfall (Alopecia areata), bei dem deutlich begrenzte kahle Stellen entstehen, basiert auf einer Fehlsteuerung des Immunsystems. Bei Frauen tritt hufig diffuse Alopezie auf, wobei Haare entlang des Scheitels ausgehen. Ursache ist zumeist ein verringerter strogenspiegel, wie er nach Absetzen der Antibabypille, nach einer Schwangerschaft oder whrend des Klimakteriums auftritt. In diesem Fall kann die Anwendung strogenhaltiger Mittel (Haarwasser oder Tabletten) Wirkung zeigen.

Wissenschaftler des Max-Planck-Institutes fr Immunbiologie in Freiburg berichteten 2000, sie htten ein Gen entdeckt, das fr die Bildung von Keratin zustndig sei. Man knne knftig bei Menschen, die unter Haarausfall leiden, gezielt in dieses Gen eingreifen, um neuen Haarwuchs anzuregen. Wie US-amerikanische Forscher 2003 in Genes and Development berichteten, induzierten sie bei Musen die Bildung neuer Haarfollikel, indem sie kurzzeitig eine verstrkte Bildung des Proteins beta-Catenin anregten; da dieses Protein auch bei der Entstehung von Hautkrebs eine Rolle spielt, kann das Verfahren vorerst nicht am Menschen erprobt werden.
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